Ausflugsziele

Durch die zentrale Lage Ehrenkirchens im Dreiländereck von Frankreich, der Schweiz und Deutschland sind sehr viele und unterschiedliche Ausflugsziele in kürzester Zeit zu erreichen.
Mit Tagestouren kann man den Charme des Elsass mit den Städten Strasbourg, Colmar und Mülhouse kennen lernen. Die nahe Schweiz mit Basel ist auf alle Fälle ein Besuch wert.
Aber gerade auch die vielen schönen südbadischen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen lassen sich von Ehrenkirchen aus sehr gut und schnell erreichen. Der Europa-Park in Rust, der Steinwasen-Park in Oberried und die drei Thermen des Markgräflerlandes sind nur einige wenige davon. Mit dem Erwerb der SchwarzwaldCard können Sie diese und sogar über 100 weitere Attraktionen kostenlos besuchen.

Die Unterkünfte in Ehrenkirchen sind für die Region relativ preiswert, eine Kurtaxe wird nicht erhoben.

NEU: Steinzeitpfad am Ölberg

Hinweise und Informationen dazu unter folgendem Link:

http://www.erlebnispfade-ehrenkirchen.de/

Die Pfarr- und WallfahrtskircheSt. Mariä Himmelfahrt in Kirchhofen (Gemeinde Ehrenkirchen)

Woher man auch immer auf Kirchhofen zufährt, ob aus dem Schneckental, aus Bad Krozingen, aus Staufen oder der Rheinebene, immer sieht man zuerst den Zwiebelturm und die Dachsilhouette der Kirche, die über den Ortskern Kirchhofen wie ein Wahrzeichen hinausragt. Es ist die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt, die inmitten eines ausgedehnten, leicht erhöhten Platzes, dem ehemaligen, bis 1866 genutzten Friedhof steht. Sie wurde als spätgotische dreischiffige Pfeilerbasilika mit polygonalem, leicht aus der Mittelachse nach Norden verschobenem Chor, zu Beginn des 16. Jahrhundert erbaut (Jahreszahl 1509 im Scheitel des Westportals). Der Turm ist der älteste Teil der Kirche, er stammt in seinen Untergeschossen aus dem 13. Jh. und wurde im 18. Jh. um das oberste oktogonale Geschoss und die Zwiebelhaube erhöht.

Der westliche Zugang zum Hauptportal erfolgt über einen Treppenaufgang, gerahmt von zwei klassizistischen Torpfosten von 1811 mit seitlichen Voluten und Totenköpfen. Über dem spätgotischen Hauptportal ist in die Mauer der Westfassade eine Nische mit einer Statue der „Maria Immaculata“ eingelassen, die dem Freiburger Bildhauer Johann Baptist Sellinger (1714-1779) zugeschrieben wird.

Beim Eintritt in die Kirche empfängt den Besucher ein barocker Raum, dessen spätgotischer Ursprung gut zu erkennen ist. Die barocke Umgestaltung begann 1740 im Mittelschiff. Der Stuck wurde von Georg Gigl geschaffen, die Deckenbilder malte Jakob Karl Stauder. Der Raum wird durch Okuli im Obergaden belichtet und durch ein flaches Spiegelgewölbe gedeckt. Das Langhaus ist durch Arkaden mit gespitzten Bögen über achteckigen Pfeilern in 6 Joche unterteilt. Durch diese Arkaden geht der Blick in die Seitenschiffe mit den spätgotischen Netzgewölben. Die Abfolge der Joche wird durch die barocken Pilaster über den Arkadenpfeilern und die Stichkappen im Spiegelgewölbe gegliedert. Über dem fünften Joch öffnet sich eine im Barock eingebaute dunkle Kuppel, die in den Dachstuhl einschneidet und nur schwaches Licht über einen engen Schacht zwischen Dachfirst und Kuppelscheitel erhält. Die Kanzel schuf Ende des 18. Jh. Benedikt Jordan, den figürlichen Schmuck dazu fertigte Josef Hörr aus Blasiwald bei St. Blasien.

Im linken Seitenschiff steht, in einem durch ein schmiedeeisernes Gitter abgetrennten Bezirk, der Gnadenaltar. Die Wallfahrt nach Kirchhofen geht bis ins 14. Jh. zurück und besteht bis heute. Der Mittelpunkt des neubarocken Altaraufbaus aus dem 19.Jh. ist das hölzerne Gnadenbild aus dem 15. Jahrhundert.

Ein Triumphbogen, aus der Mittelachse nach links verschoben, leitet vom Langhaus in den Chor. Auch dem barocken Stuckvorhang, den Putten in die Gegenrichtung raffen, gelingt es nur schwer dieses Ungleichgewicht optisch zu kaschieren. Die beiden barocken Seitenaltäre sind dementsprechend von unterschiedlicher Breite, der linke ist deutlich schmaler als der rechte. Im Jahre 1762 wurde auch der Chor im Stil des Barock umgestaltet. Dazu schuf Franz Anton Vogel die Stuckarbeiten, der Maler des damaligen Deckenbildes ist unbekannt. Das heutige Deckenbild im Chor wurde im 20.Jh. neu geschaffen. Den Chorraum beherrscht der barocke Hochaltar. Für die Altarausstattung der Kirche ist die Beratertätigkeit von Johann Christian Wentzinger (1710-1797) belegt, er hat um 1760 vermutlich die Altarentwürfe gefertigt. Wentzinger war der bedeutendste Künstler des 18. Jh., den der Breisgau hervorgebracht hat; er stammte aus Ehrenstetten. Die Kirche in Kirchhofen war somit seine Pfarrkirche. Angefertigt wurden die Altaraufbauten von Johann Adam Bretz aus Freiburg. Vier mächtige korinthische Säulen bestimmen den Aufbau und tragen das schwingende Gebälk. Das Altarbild wurde von Simon Göser aus Bad Wurzach gemalt und zeigt die Himmelfahrt Mariens. Über dem durchbrochenen Gebälk ist im Oberbild die heilige Dreifaltigkeit dargestellt, die Maria zur Krönung erwartet. Als seitliche Altarfiguren stehen die reich bewegten Statuen von Petrus und Paulus. Diese Figuren stammen, wie auch die übrige figürliche Altarausstattung, nach neuester Forschung, von Fidelis Sporer aus Weingarten.

Über den gesamten Kirchenraum verteilt ist ein Zyklus mit Statuen der Apostel. Im Langhaus stehen die Statuen auf Konsolen vor den Arkadenpilastern, im Chor vor den flachen Wandpilastern. Auch die beiden Statuen von Petrus und Paulus auf dem Hochaltar von Fidelis Sporer müssen in diesen Zyklus einbezogen werden. Geschaffen wurden die übrigen Apostelfiguren um die Wende vom 19. zum 20. Jh. von Josef Dettlinger aus Freiburg nach dem Vorbild der spätgotischen Apostelfiguren von 1490/95 in der Schlosskapelle zu Blutenburg in München.

Text und Fotos: Walter.Uehlein@web.de - Weiterführende Literatur, vgl. „Kleine Kunstführer“ Verlag Schnell & Steiner Nr. 2191, S.23